„Feuerfester“ Termin: MdB Weber besucht FGF und Unternehmen im AiF-Netzwerk

24.04.2017 - Höhr-Grenzhausen.

Gabi Weber, Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB), traf sich in der vergangenen Woche mit AiF-Hauptgeschäfts-führer Dr. Thomas Kathöfer und Marcus Blumenberg, Geschäftsführer des mittel-ständischen Unternehmens Knöllinger Keramische Verschleißteile GmbH, zum gemeinsamen Besuch des AiF-Mitglieds Forschungsgemeinschaft Feuerfest e.V. (FGF) in Höhr-Grenzhausen.

FGF-Forschungsstellenleiter Dr. Christian Dannert und Prof. Dr. Peter Quirmbach, Geschäftsführer des European Centre for Refractories (ECREF), begrüßten die Gäste und gaben einen spannenden Einblick in ihre Tätigkeitsbereiche.

 

Europaweite Förderung feuerfester Erzeugnisse

Quirmbach machte das Prinzip des ECREF deutlich. Das Zentrum wurde 2009 als ein integriertes Europäisches Kompetenzzentrum gegründet; damit konnte ein völlig neuartiger Institutstyp realisiert werden. Der Verband der Deutschen Feuerfest-Industrie e.V. (VDFFI), das Deutsche Institut für Feuerfest und Keramik GmbH (DIFK) und die FGF fungieren unter dem Dach des ECREF als Partner. „Im ECREF haben wird uns das Ziel gesetzt, Wissenschaft und Forschung sowie Erziehung und Berufsbildung im Bereich der feuerfesten Erzeugnisse europaweit zu fördern. Gemeinsam wollen wir über abgestimmte und miteinander vernetzte Maßnahmen und Programme die globale Position der Feuerfest-Industrie nachhaltig stärken“, erklärte Quirmbach. “Eines unserer Ziele ist es, die Wettbewerbsfähigkeit speziell von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu stärken. Dazu begleiten wir die Unternehmen in den Bereichen Technologienentwicklung und Wissensmanagement. Grundlage aller unserer Tätigkeiten ist jedoch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft, den Hochschulen und der Gesellschaft“.


Keine Grundstoffindustrie ohne feuerfeste Produkte

Dannert ergänzte, dass die FGF sehr aktiv in der vorwettbewerblichen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) sei. Er verdeutlichte, dass kein Grundstoffindustrieprozess ohne die Produkte der Feuerfestindustrie stattfinden könne. So wäre beispielsweise die gesamte Automobilindustrie ohne feuerfeste Produkte nicht möglich. Die vorwettbewerbliche Forschung im Rahmen der IGF sei für die FGF optimal, da hier Wissenschaftler und Unternehmer gemeinsam Forschungsprojekte durchführen würden. Auch Kooperationen mit ausländischen Unternehmen seien dank CORNET, der internationalen IGF-Variante, möglich. Diese Bündelung von Kompetenzen sei unbezahlbar, betonte der FGF-Forschungsstellenleiter.

 

Zukunftsorientiert und auf hohem Qualitätsniveau

Im Anschluss daran stand ein Besuch der Knöllinger Keramische Verschleißteile GmbH in Hillscheid auf dem Programm. Das mittelständische Unternehmen mit rund 45 Angestellten konzentriert sich bei der Produktion von feuerfesten Fertigbauteilen auf ausgewählte Bereiche wie Funktionalkeramiken für die stahl- und eisenproduzierende Industrie. Zudem stellt der Betrieb unterschiedliche Fertigbauteile, auch für die Anwendung in Hochtemperaturprozessen, beispielsweise bei der Zementherstellung oder Müllverbrennung, her. „Durch diese klare Ausrichtung und eine hohe Fertigungstiefe vom feuerfesten Rohstoff bis zum fertigen Produkt ist es uns gelungen, einzigartige Kompetenzen zu entwickeln und flexibel auf individuelle Kundenwünsche zu reagieren“, erklärte Geschäftsführer Marcus Blumenberg, der die Gäste durch die Produktionshallen führte. „Wir können hier Bauteile von wenigen hundert Gramm bis zu acht Tonnen Gewicht herstellen“. Die Knöllinger GmbH ist im Segment Schieberplatten über Jahre zu einem zukunftsorientierten, auf hohem Qualitätsniveau agierenden Lieferanten gewachsen. „Zu unseren dauerhaften Kunden gehören namhafte Stahlwerke.“, freute sich Blumenberg und fuhr fort: „Auf unseren Bauteilen lastet ein enormer Druck; sind sie fehlerhaft, ergießen sich möglicherweise bis zu 380 Tonnen Flüssigstahl in die Produktionshallen. Deshalb setzen wir konsequent auf Qualität; denn nur so ist auch die Sicherheit in diesem Bereich gewährleistet.“ Blumenberg lobte die Arbeit im AiF-Netzwerk und die damit verbundenen Kontakte zu anderen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftlern. „Speziell die vorwettbewerbliche Forschung ist für uns besonders wichtig. Derzeit sind wir an drei IGF-Vorhaben aktiv beteiligt. Die Mitarbeit in den Projektbegleitenden Ausschüssen der IGF-Vorhaben ist für uns nahezu die einzige Möglichkeit Zugang zu grundlagennahen Forschungsergebnissen zu bekommen. Das wissen wir sehr zu schätzen“, so der Wirtschaftsingenieur.

„Die Mittelstandförderung durch IGF und ZIM funktioniert“, betonte Kathöfer nach der Produktionsbesichtigung. „Wir freuen uns, wenn wir den Mitgliedern des Bundestages im Rahmen von Unternehmensbesuchen zeigen können, wie großartig die Fördermittel des Bundeswirtschaftsministeriums im Mittelstand wirken. Neben hervorragenden Entwicklungsergebnissen liefert die IGF auch industrienah ausgebildeten Nachwuchs und trägt zur Fachkräftesicherung bei. Zwei weitere wichtige Aspekte der IGF“, resümierte der AiF-Hauptgeschäftsführer.

MdB Weber bedankte sich zum Abschluss bei allen Akteuren für den interessanten Tag und stellte anerkennend fest: „Als gelernte Keramikmalerin bin ich von dem Besuch bei der Forschungsgemeinschaft Feuerfest e.V. und dem Feuerfesthersteller Knöllinger Keramische Verschleißteile GmbH in Hillscheid sehr beeindruckt. Die vorwettbewerbliche Forschung ist ein sehr wichtiger Beitrag für den Mittelstand in unserer Region, der Nachwuchs kann direkt mit Praxisbezug gefördert werden. Daher ist die Arbeit der AiF so wichtig, denn sie sorgt für die enge Zusammenarbeit zwischen den mittelständischen Unternehmen und den Forschungseinrichtungen“.

 

 

Beitrag: © E. Bargs-Stahl, AiF Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.